Was tun, wenn Ihr Kaninchen „trommelt“?

„Trommelsucht“ ist eine tückische Verdauungskrankheit bei den beliebten Nagern

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Foto: DGK / Heck

Ist Ihr Kaninchen unruhig, atmet schwer, knirscht mit den Zähnen, läuft immer nervös und offenbar schmerzgeplagt hin und her und „trommelt“ mit den Hinterläufen, ist es vermutlich von der sogenannten Trommelsucht betroffen. Das ist eine Verdauungskrankheit, die schwerwiegende Folgen haben kann.

Die Krankheit äußert sich neben dem typischen Trommeln darin, dass der Bauch des Nagers stark aufgebläht, die Bauchdecke gespannt ist und die Tiere die Nahrungsaufnahme verweigern. Die Blähung des Bauches kann zu Atemnot und Kreislaufschwäche führen. Dann liegen die Tiere mit starker Flankenatmung und meist weit aufgerissenen Augen bewegungslos im Käfig. Wenn Sie solche Symptome einer Trommelsucht bemerken, sollten sie so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen, denn die Krankheit kann innerhalb von Stunden zum Tod des Tieres führen.

Hintergrund
Kaninchen haben ein sehr kompliziertes und störanfälliges Verdauungssystem sowie einen Magen mit schwachen Muskeln, die zum Weitertransport der Nahrung in den Darm nur wenig beitragen können. Ein Kaninchen kann sich nicht übergeben, und es muss ständig Nahrung aufnehmen, damit das nachdrängende Futter den Nahrungsbrei in den Darm weiterschieben kann. Ist die Nahrungsaufnahme des Tieres behindert, die Bewegung seines Darmes einschränkt, die Bildung und Abgabe von Verdauungsenzymen gestört oder die Zusammensetzung des Darminhaltes verändert, führt dies innerhalb kürzester Zeit zu Verdauungsstörungen. Besonders dramatisch verlaufen akute Magenblähungen wie die Trommelsucht.

Ursachen
Die Trommelsucht wird auch „Blähsucht“, „Aufgasung“ oder „Tympanie“ genannt. Fast immer wird die Trommelsucht durch eine falsche Ernährung verursacht. Nur in sehr seltenen Fällen ist sie bakteriell (Colibakterien) oder durch Parasiten (Kokzidien) bedingt, das heißt, man kann davon ausgehen, dass die Trommelsucht nicht ansteckend ist, sie also bei Mehrfachhaltung von Kaninchen nur in den seltensten Fällen von einem zum anderen Kaninchen übertragen wird. Ausgelöst wird die Trommelsucht meist durch die Verfütterung leicht gärfähiger Futtermittel wie feuchtes oder erwärmtes Grünfutter oder Kohlgewächse. Ursache können auch zu kaltes oder angefaultes Futter oder zu viel quellfähiges Kraftfutter sein.

Behandlung
Als Sofortmaßnahmen bei Trommelsucht muss zunächst Grün- und Saftfutter sofort und für längere Zeit abgesetzt werden. Dagegen sollte immer Heu im Käfig vorhanden sein. Getrocknete Kräuter wie Pfefferminze, Dill, Kamille, Melisse und Schafgabe wirken lindernd und können zum Heu gestreut werden. Als Krampflöser eignen sich Fencheltee, Kümmeltee und Pfefferminze – sofern das Tier nicht grundsätzlich die Nahrung verweigert. Keinesfalls sollte – wie beim Menschen üblich – die volksübliche Bauchschmerzbehandlung mit Wärme (Wärmflasche) angewendet werden, denn die Wärme würde eventuelle Gärprozesse noch zusätzlich anregen. Dagegen kann eine vorsichtige Bauchmassage hilfreich sein, um das Weiterleiten des Futters zu unterstützen. Grundsätzlich ist es wichtig, die Ursache für die Trommelsucht herauszufinden und die Haltung oder Fütterung entsprechend zu ändern. Der Tierarzt wird bei einer leichteren Form vornehmlich die Magenentleerung fördernde Wirkstoffe geben, bei schwereren Verläufen werden auch Schmerzmittel verabreicht, bei hochgradigen Formen ist meist die Stabilisierung des Kreislaufs und eine Schockbehandlung mit Sauerstoffgabe und Flüssigkeitsersatz nötig. Außerdem muss der Magen möglichst umgehend, aber langsam entgast werden, was mit einer Magensonde erfolgt.

Vorbeugung
Um diese nicht ungefährliche Krankheit zu vermeiden, ist es wichtig, nur einwandfreies und gut temperiertes Saftfutter (Gemüse, Obst) anzubieten und die Tiere – besonders im Frühjahr – langsam und mit kleinen Rationen an frisches Grünfutter zu gewöhnen. Auf die gleiche Weise kann auch die Verträglichkeit von Kohlgewächsen erreicht werden. Vorsicht bei jungem Klee! Er wird von den Tieren gierig aufgenommen, ist aber stark gärfähig. Krankheitsauslösend können auch gespritztes oder unzureichend gewaschenes Gemüse oder Obst sein. Grundsätzlich müssen sauberes Heu und frisches Wasser für das Kaninchen zur freien Aufnahme ständig zur Verfügung stehen, dagegen sollte Körnerfutter auf zwei Esslöffel pro Tag beschränkt werden.

Quellen:
Trommelsucht beim Kaninchen,  http://tierinformation.ti.ohost.de/kaninchentrommelsucht.html
Trommelsucht /Blähungen bei Kaninchen, www.diebrain.de/k-trommel.html
Verdauungsprobleme beim Kaninchen, www.kaninchenweb.de/texte/verdauung.html

 

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